Seltene gynäkologische Krebsformen

Gebärmuttersarkom (Uterussarkom)

Ein Gebärmuttersarkom ist eine seltene Krebserkrankung, die bei Frauen in oder nach den Wechseljahren auftritt. Dabei entstehen bösartige Krebszellen in der Muskulatur oder im Bindegewebsanteil der Schleimhaut der Mutter. Gutartige Muskelzellgeschwüre (Myome) kommen bei jeder dritten Frau ab 35 Jahren vor und entwickeln sich selten, nämlich in weniger als ein Prozent der Fälle, zu bösartigen Tumoren. Gebärmuttersarkome entstehen daher häufiger von selbst.

Mögliche Symptome können folgende sein:

  • Blutungsstörungen der Gebärmutter
  • Unterbauchschmerzen (selten)
  • Atemnot, Husten und Oberbauchschmerzen (selten)

Wie erfolgt die Diagnose?

Da sich ein Gebärmuttersarkom im Inneren der Gebärmutter entwickelt, ist ein Abstrich im Rahmen der gynäkologischen Untersuchungen unauffällig. Bei einer Tastuntersuchung werden knotige Tumoren ab einer bestimmten Größe erkannt, zuverlässiger ist jedoch eine Ultraschalluntersuchung. Und auch bei dieser kann nicht zwischen einem gutartigen und einem bösartigen Geschwür unterschieden werden. Eine endgültige Sicherheit gibt es nur bei einer Entfernung der Gebärmutter und einer anschließenden Untersuchung des Gewebes (Histologie). Wird eine Erkrankung festgestellt, werden eine Computertomografie (CT), eine MRT-Untersuchung oder eine Blasen- oder Darmspiegelung durchgeführt, um zu sehen, wie fortgeschritten die Erkrankung ist.

Wie wird ein Gebärmuttersarkom behandelt?

Als Standardbehandlung gilt die Entfernung der Gebärmutter und meist auch der Eierstöcke mittels eines Bauchschnitts. Abhängig vom Tumor können anschließend Chemotherapie und/oder eine Bestrahlungstherapie folgen. In Einzelfällen sind Gebärmuttersarkome hormonempfindlich, weswegen eine Antihormontherapie eingesetzt werden kann. Die Heilungschancen hängen vom Fortschritt der Erkrankung, dem allgemeinen Zustand der Patientin und der Wachstumsgeschwindigkeit der Krebszellen ab. Um ein Wiederauftreten des Tumors im Bereich des Beckens und Ansiedlungen in anderen Organen rechtzeitig zu bemerken, werden in den ersten drei Jahren alle drei Monate Nachkontrollen empfohlen.

Keimzelltumor des Eierstocks

Der Keimzelltumor des Eierstocks betrifft oft junge Frauen vor dem 20. Lebensjahr und ist auch der häufigste gynäkologische Tumor in der Schwangerschaft. Wie bei vielen gynäkologischen Tumoren ist der Keimzelltumor des Eierstocks erst in einem fortgeschrittenen Stadium symptomatisch. Selten äußern sich etwa akute Unterbauchschmerzen, daher ist die jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung wesentlich. Die in der Routineuntersuchung entdeckten Tumoren sind meist im Frühstadium; das heißt, es ist nur einer der beiden Eierstöcke befallen.

Wie erfolgt die Therapie?

Eine Therapie erfolgt meist über eine Operation. Wenn der Tumor früh erkannt wird, genügt meist die Entfernung eines Eierstocks; meistens ist keine Entfernung der Gebärmutter notwendig. In einem fortgeschrittenen Stadium, etwa bei Metastasen, wird eine Chemotherapie durchgeführt.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Gynäkologische Kontrollen werden in den ersten drei Jahren alle drei Monate empfohlen. Schwangerschaften sind möglich und sind nicht riskanter als vor der Operation.

Keimstrangtumor des Eierstocks

Der Keimstrangtumor des Eierstocks tritt bei Frauen nach den Wechseljahren auf und hat eine sehr gute Prognose. In fünf Prozent der Fälle tritt der Keimstrangtumor des Eierstocks gemeinsam mit Krebs der Gebärmutterhöhle auf. Wie die meisten gynäkologischen Tumoren wird auch der Keimstrangtumor des Eierstocks eher zufällig während der gynäkologischen Routineuntersuchung meist im Frühstadium entdeckt. Mögliche Symptome können abnorme Blutungen aus der Gebärmutterhöhle sein.

Wie erfolgt die Therapie?

Wird der Tumor früh entdeckt, wird er meist operiert, nur selten ist eine Chemotherapie notwendig. Bei der Operation werden meist beide Eierstöcke, die Gebärmutter und das große Netz im Bauchraum entfernt. Ist bei jüngeren Patientinnen nur ein Eierstock befallen, kann auf das Entfernen des zweiten Eierstocks und der Gebärmutter verzichtet werden. Eine Gebärmutterspiegelung und Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut sind jedoch notwendig. Bei einem fortgeschrittenen Tumor wird eine Chemotherapie empfohlen.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Gynäkologische Nachsorgeuntersuchungen sollten in einem Dreimonatsintervall während der ersten drei Jahre stattfinden. Insgesamt spielt hier die Nachsorge auch nach einigen Jahrzehnten eine große Rolle, weil Rückfälle auch nach einem langen Zeitraum möglich sind.

Tumor des Mutterkuchens (Trophoblasttumor)

Die Tumoren des Mutterkuchens/der Plazenta (Trophoblasttumoren) sind sehr selten und betreffen Frauen im gebärfähigen Alter. Sie entwickeln sich nicht aus dem eigenen Gewebe, sondern aus Anteilen von Schwangerschaftsgewebe. Außerdem kann sich der Tumor bei Fehlgeburten oder fehlgeleiteten Schwangerschaften entwickeln.

Welche Symptome gibt es?

Der Tumor wird in den meisten Fällen im Frühstadium erkannt, wo er noch auf die Gebärmutter begrenzt ist, und produziert in den meisten Fällen das Hormon HCG, dass normalerweise in der Schwangerschaft gebildet wird.

Mögliche Anzeichen für eine Erkrankung sind

  • abnorme Blutungen der Gebärmutter nach der Entbindung, einer Fehlgeburt oder einer Eileiterschwangerschaft
  • spontaner Abgang von bläschenartigen Strukturen aus der Scheide
  • selten Unterbauchschmerzen
  • besonders selten Atemnot, Husten und Oberbauchschmerzen

Wie erfolgt die Therapie?

Ist der Tumor in einem frühen Stadium und auf die Gebärmutter begrenzt, kann das erkrankte Gewebe abgeschabt werden, meistens wird anschließend eine Chemotherapie durchgeführt. Sie besteht oftmals nur aus Einzelsubstanzen, die nur sehr geringe Nebenwirkungen haben. Liegen schon Tochtergeschwülste vor, wird eine Chemotherapie mit mehreren Substanzen durchgeführt. Auch im fortgeschrittenen Stadium mit Metastasen besteht mithilfe einer Chemotherapie eine hohe Chance auf Langzeitheilung.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Ist die Therapie abgeschlossen, sollte ein Jahr lang effektiv verhütet werden, beispielsweise mit der Pille. Bei der Nachsorge wird das Blut oder der Urin auf das schwangerschaftsspezifische Hormon HCG als wichtigen Tumormarker untersucht. Wenn dieses Hormon im Labor nicht mehr nachweisbar ist, ist die Prognose sehr gut. Patientinnen können meist mindestens ein Jahr nach der abgeschlossenen Therapie ohne größeres Risiko schwanger werden.

Ansprechpartner

Österreichische Krebshilfe-Krebsgesellschaft
Tuchlauben 19, 1010 Wien
Tel.: +43 1/796 64 50
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