Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)

Wie entsteht Gebärmutterkörperkrebs?

Gebärmutterkörperkrebs wird meist durch langfristigen Östrogeneinfluss begünstigt, deutlich seltener sind Tumoren, die ohne erkennbaren Zusammenhang mit den Hormonen entstehen. Daher betrifft Gebärmutterkörperkrebs am häufigsten Frauen nach den Wechseljahren, das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Grund für eine Erkrankung ist die Umstellung der Hormonproduktion: Es wird kein Gestagen mehr gebildet, wodurch das ausgeglichene Verhältnis an Östrogenen und Gestagenen verloren geht und die Zellen in der Gebärmutterschleimhaut sich in der Folge verändern. In über 90 Prozent der Fälle bilden sich die Krebszellen in der Schleimhaut der Gebärmutter (Endometriumkarzinom), wesentlich seltener sind Krebsformen in der Muskelschicht der Gebärmutter (siehe Gebärmuttersarkom).

Neben dem Alter und dem langfristigen Östrogeneinfluss ohne Gestagenausgleich begünstigen auch Übergewicht und Kinderlosigkeit Gebärmutterkörperkrebs. Ein kleiner Teil der Erkrankungen ist vererbbar. Dieser familiäre Gebärmutterkörperkrebs tritt vermehrt in Familien auf, in denen auch Dickdarmkrebs vorkommt.

Wie wird Gebärmutterkörperkrebs diagnostiziert?

Gebärmutterkörperkrebs wird in der Regel in einem frühen Stadium diagnostiziert, weil die Symptome wie Blutungen nach der Menopause frühzeitig auftreten; daher sind die Heilungschancen sehr gut. Wenn sich die Blutung vor der Menopause in Dauer und Stärke verändert, kann das ein Anzeichen für eine Erkrankung sein.

Der Arzt untersucht Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke mit einem Ultraschall. Bei Patientinnen, deren Gebärmutterschleimhaut mit Blutungen nach der Menopause dicker als fünf Millimeter ist, liegt der Verdacht auf einen Gebärmutterkörperkrebs nahe. Manchmal wird die Untersuchung mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauches ergänzt, um den Bereich des kleinen Beckens, die Harnabflusswege, die Leber und die Lymphknoten sichtbar zu machen. Mithilfe einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) können mögliche Gewebsveränderungen erkannt werden. Um das Gewebe analysieren zu können, wird die Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle ausgeschabt. Der Gebärmutterhals muss dafür ausgedehnt werden, weswegen der Eingriff unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Eine Schleimhautbiopsie ist alternativ auch mit einem schmalen Saugröhrchen kombiniert mit einer Gebärmutterhöhlenspiegelung mit einer sehr dünnen Optik möglich. Wird Gebärmutterkörperkrebs so diagnostiziert, können weitere bildgebende Untersuchungen erfolgen. Im Rahmen einer Operation wird die örtliche Tumorausbreitung festgestellt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapie ist abhängig vom Fortschritt der Erkrankung und davon, ob sich die Patientin vor oder nach den Wechseljahren befindet und noch eine Familie plant.

Grundsätzlich bedeutet eine Totaloperation der Gebärmutter mit Eierstöcken, den Eileitern und möglicherweise den nahe gelegenen Lymphknoten im Frühstadium eine nahezu hundertprozentige Heilung. Nach der Operation wird häufig eine lokale innere Strahlentherapie durchgeführt, bei der eine Strahlensonde mehrmals für wenige Minuten in den Scheidenstumpf eingebracht wird. Ist eine Operation nicht möglich, wird die innere Strahlentherapie mit einer äußeren ergänzt.

Ist der Tumor weit fortgeschritten und konnte operativ nicht vollständig entfernt werden, kann ebenfalls eine Chemotherapie durchgeführt werden. Auch bei kompletter Tumorentfernung folgt in manchen Fällen zur Sicherheit noch eine Chemotherapie.

Bei dringendem Kinderwunsch

Sind die Patientinnen jünger und noch nicht in den Wechseljahren, können Vorstufen von Gebärmutterkörperkrebs behoben werden, indem sie Gestagene erhalten. Diese Hormonbehandlung hilft in 60 bis 80 Prozent der Fälle, indem sich die veränderten Zellen vollständig zurückbilden. Diese konservative Therapie wird engmaschig kontrolliert und vor allem bei Patientinnen mit Kinderwunsch durchgeführt, der zeitnah nach der Therapie realisiert werden sollte. Nach Abschluss des Kinderwunsches wird empfohlen, die Gebärmutter zu entfernen. Der Erhalt der Fruchtbarkeit ist immer eine Einzelfallentscheidung und hängt vom genauen Fortschritt der Erkrankung ab.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Bei einer Früherkennung sind die Prognosen für Gebärmutterkörperkrebs sehr gut. Symptomfreie Patientinnen sollten in den ersten drei Jahren alle drei Monate zur Nachsorge gehen, in den weiteren zwei Jahren alle sechs Monate und anschließend jährlich. Die Nachsorgeuntersuchungen umfassen:

  • das ärztliche Gespräch
  • die gynäkologische Tastuntersuchung
  • eine rektale Untersuchung
  • ein Ultraschall der Scheide und der Nieren

Oft wird auch Blut entnommen, um die Tumormarker CEA und CA 125 zu bestimmen.

Bei einem möglichen Rückfall können eine Hormon- oder Chemotherapie eingeleitet werden. Unabhängig vom Stadium der Erkrankung ist die Prognose sehr gut: Die Fünfjahresüberlebensrate liegt bei durchschnittlich 76 Prozent.

Ansprechpartner

Selbsthilfegruppe für Unterleibskrebs
Mag. Esther Sandrieser
Tel.: +43 732/76 77-4339
E-Mail: esther.sandrieser@bhs.at

Österreichische Krebshilfe-Krebsgesellschaft
Tuchlauben 19, 1010 Wien
Tel.: +43 1/796 64 50
E-Mail: service@krebshilfe.net
www.krebshilfe.net