Wodurch entsteht eine Blasenentzündung?

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, ein ständiger Harndrang und häufige Besuche der Toilette sind Zeichen einer Blasenentzündung (Zystitis). Verantwortlich dafür sind neben anderen Bakterien hauptsächlich Escherichia-coli-Bakterien, die aus dem Darm in die Blase einwandern und dort Entzündungen hervorrufen. Bakterien in Darm und Scheide sind zwar grundsätzlich notwendig für eine funktionierende Bakterienflora, wenn jedoch „fremde“ Keime Überhand nehmen, wie beispielsweise Darmbakterien in der Scheide, dann ist das bakterielle Gleichgewicht gestört und die Blasenschleimhaut kann sich entzünden.

Wer sexuell aktiv ist, neigt stärker zu einer Blasenentzündung: 75-90 Prozent aller Blasenentzündungen bei sexuell aktiven Frauen lassen sich auf den Geschlechtsverkehr zurückführen. So liegt beispielsweise die Inzidenz bei 20-jährigen Frauen bei etwa vier Prozent. Neben der sexuellen Aktivität steigt das Risiko außerdem mit dem Alter und die Inzidenz nimmt in jeder weiteren Lebensdekade um einen Prozent zu. Besonders stark betroffen sind auch Frauen nach den Wechseljahren. Der Grund: Mit dem fallenden Östrogenspiegel nimmt die Fähigkeit ab, schädliche Bakterien in der Blase effizient zu bekämpfen, da eine gewisse Östrogenmenge notwendig ist, damit sich Milchsäurebakterien (Laktobazillen) vermehren können, die in der Scheide für ein saures Milieu sorgen. Außerdem wird im Alter die Beckenbodenmuskulatur schwächer, was mitunter eine Ursache für den deutlichen Anstieg von Blasenentzündung ab dem 60. Lebensjahr ist.

Warum sind vor allem Frauen von Blasenentzündungen betroffen?

Frauen sind insgesamt auch deutlich häufiger von einer Blasenentzündung betroffen als Männer, da sie zum einen eine deutlich kürzere Harnröhre haben und zum anderen die Harnröhrenöffnung relativ nahe am After liegt (siehe: Risikofaktoren für Blasenentzündung). Außerdem ist bei Frauen die Schleimhaut im Scheidenbereich durch hormonelle Veränderungen anfälliger für Krankheitserreger. Daher kommt es nicht nur in und nach den Wechseljahren, sondern auch in der Schwangerschaft und eventuell bei Pilleneinnahme zu Harnwegsinfekten. Männer bleiben jedoch nicht völlig verschont und neigen im späteren Alter als Folge von gutartigen Vergrößerungen der Prostata stärker zu Harnwegsinfekten als im jüngeren Alter.