Was kann man bei häufigen Blasenentzündungen tun?

Tritt eine Blasenentzündung mehrmals pro Jahr auf, spricht man von einer chronischen Harnwegsinfektion. Sie wird durch länger anhaltende Schwäche der Immunabwehr (z. B. durch Dauerstress), durch besonders häufigen Geschlechtsverkehr sowie die Verwendung von Spermien-abtötenden Vaginalcremen oder Reinigungsmittel, die den Säureschutzmantel der Haut zerstören, begünstigt. Eine trockene Scheide stellt ebenfalls einen Risikofaktor dar (siehe: Risikofaktoren für Blasenentzündung).

Schon seit langem werden Extrakte aus Cranberries zur Prävention von chronischen Harnwegsinfekten eingesetzt. Die in den Beeren enthaltenen Inhaltsstoffe können bei ausreichend hoher Dosierung die Anheftung von Bakterien an die Schleimhaut des Harntraktes verhindern. Eine weitere Möglichkeit, sich vor wiederkehrenden Blasenentzündungen zu schützen, ist die Anwendung von östrogenhaltigen Zäpfchen oder Cremen. Dies führt zu einer verbesserten Schleimhautdurchblutung und Vermehrung der Milchsäurebakterien in der Scheide.

Darüber hinaus kann das Immunsystem gezielt stimuliert werden, beispielsweise mit Hilfe von natürlichen Arzneimitteln, die allgemein abwehrstärkende Inhaltsstoffe enthalten (z. B. Indigowurzel, Sonnenhut etc.) oder mit Hilfe spezieller Präparate, die das Immunsystem gezielt gegen Blasenentzündungen stärken. Diese Medikamente enthalten inaktive Bestandteile der Bakterienstämme, die häufig Blaseninfektionen auslösen. Durch die Einnahme wird die Bildung von Antikörpern gefördert und das Immunsystem gestärkt.

Ergänzend zur Therapie von chronischen Blaseninfekten werden auch manchmal Präparate mit dem Wirkstoff D-Mannose verschrieben. Er wird unverändert mit dem Harn ausgeschieden und hemmt die Wechselwirkung der Bakterien mit der Schleimhaut der Harnblase. Dadurch können sich die Bakterien nicht mehr an der Blasenwand festsetzen.

Antibiotikaprophylaxe

Nach Absprache mit dem Arzt kann auch eine sogenannte Antibiotikaprophylaxe eingenommen werden. Die Präparate werden entweder einmal täglich oder in bestimmten Abständen über Monate hinweg eingenommen. Auch als Einmalgabe innerhalb von zwei Stunden nach jedem Geschlechtsverkehr beziehungsweise gleich nach dem Auftreten erster Symptome kann diese Art von Prophylaxe als Selbstmedikation eingesetzt werden (siehe: Beschwerden, Diagnose und Behandlung).

Zusätzlich existieren einige allgemeine Verhaltensempfehlungen zur Vermeidung chronischer Blasenentzündungen bei Frauen (siehe: 10 Tipps bei Blasenentzündung):

  • Unterkühlung vermeiden
  • Urin nicht unnötig einhalten
  • Vermeidung von spermiziden Salben und Intimsprays
  • nach dem Harnlassen von vorne (Scheide) nach hinten (After) wischen
  • regelmäßige Entleerung der Blase, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr
  • Vermeidung von Vaginalverkehr direkt nach einem Analverkehr
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 1,5 Liter pro Tag)