Beschwerden, Diagnose und Behandlung

Typische Beschwerden, die bei einer Blasenentzündung auftreten, sind:

  • häufiger Harndrang mit meist nur kleinen Harnmengen
  • Brennen/Schmerzen beim Urinieren
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Blut im Harn

Ist die Diagnose einer Blasenentzündung nicht eindeutig (z. B. keine Schmerzen beim Wasserlassen, sondern nur häufiges Wasserlassen), kann der Arzt mittels Teststreifen die Wahrscheinlichkeit für die Diagnose einer Blasenentzündung erhöhen.

Diagnosemöglichkeiten bei einer Blasenentzündung

Urinteststreifen gehören zu den am häufigsten eingesetzten diagnostischen Hilfsmitteln. Vor dem Einsatz eines Teststreifens müssen die Einschränkungen dieses Tests bedacht werden. Bei dieser Diagnoseart kann es sein, dass der Test positiv ausfällt, obwohl der Patient nicht erkrankt ist (falsch-positiv), oder bei einem Erkrankten negativ ausfällt (falsch-negativ). Auch unter sorgfältiger Beachtung von typischen Beschwerden und Einsatz von Teststreifen sind falsch-negative und falsch-positive Ergebnisse in bis zu einem Drittel der Fälle nicht zu vermeiden.

Zuverlässiger ist daher die Laboranalyse von morgendlichem Mittelstrahlurin. Beim Mittelstrahlurin spült der erste Harnstrahl die Harnröhre durch, und erst danach wird die Urinprobe in einem sterilen Behälter gesammelt. So wird sichergestellt, dass das Ergebnis nicht durch Haut- oder Scheidenbakterien verfälscht wird. Im Labor stellt der Arzt fest, welcher Erreger für die Blasenentzündung verantwortlich ist und welches Antibiotikum verschrieben werden soll. In seltenen Fällen ist auch eine Blutuntersuchung, eine Blasenspiegelung, ein Kontrastmittelröntgen, eine Harnflussmessung oder eine Ultraschalluntersuchung erforderlich.

Die Diagnose eines Harnwegsinfekts und die Indikation zu einer Antibiotikatherapie sollten kritisch gestellt werden, um unnötige Therapien und das Risiko, dass die Blasenentzündung immer wieder auftritt und somit rezidiv wird, zu vermeiden (siehe: Was kann man bei häufigen Blasenentzündungen tun?). In den vergangenen Jahren hat die Antibiotika-Resistenzbildung deutlich zugenommen, was einen achtsamen Umgang mit dieser Medikamentengruppe erforderlich macht.

Behandlung einer Blasenentzündung

Als wichtigste Selbsthilfemaßnahme wird empfohlen, möglichst viel zu trinken (ungefähr 2–3 Liter am Tag), um die Keime auszuschwemmen. Geeignet sind stilles Mineralwasser, Leitungswasser, Kräutertees oder spezielle Blasentees, die zusätzlich über harntreibende und entzündungshemmende Inhaltsstoffe verfügen. Um die Immunabwehr allgemein zu stärken hilft eine vermehrte Zufuhr von Vitamin C und Vitamin D. Auch Wärme und körperliche Schonung sind wichtige unterstützende Faktoren, um Entzündungen abklingen zu lassen (siehe: 10 Tipps bei Blasenentzündung).

Ein Mittel, auf das bei Blasenentzündungen gerne zurückgegriffen wird, sind die Beeren der Cranberry-Pflanze, beispielsweise in Form von Saft, Kapseln, Tabletten oder Pulver. Ihre Inhaltsstoffe können das Anhaften der Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Einen gleichen Effekt erzielt der einfache Zucker D-Mannose: Er wird unverändert mit dem Harn ausgeschieden und hemmt die Wechselwirkung der Bakterien mit der Schleimhaut der Harnblase. Dadurch können sich die Bakterien nicht mehr an der Blasenwand festsetzen.

Halten die Beschwerden trotz der genannten Selbsthilfemaßnahmen an, ist eine Behandlung mit Antibiotika unbedingt notwendig, um die Bakterien abzutöten, bevor sie in die oberen Harnwege aufsteigen können. Wichtig ist hier, die Therapie mit dem Antibiotikum nicht eigenmächtig vor dem vom Arzt verordneten Datum abzusetzen, selbst wenn sich nach kurzer Zeit schon Besserung einstellt.